Samstag, 6. August 2016

Fachhandel bei Materialeinkäufen vorn

Eine neue Studie von BauInfoConsult bestätigt: Der Fachhandel bleibt auch 2016 der unbestrittene Platzhirsch in den Materialeinkäufen von Bauunternehmern und SHK-Installateuren -  auch wenn ihm selbsternannte Trendforscher schon seit Jahren ein baldiges Ableben prophezeien. Das heißt natürlich trotzdem nicht, dass die traditionellen Branchenstrukturen in Stein gemeißelt sind. So gibt es z. B. Produktsegmente, wo sich auch andere Vertriebsformen etablieren – etwa bei Kleinteilen wie Werkzeug und Zubehör, wo sich Direktvertreiber und der DIY-Handel Nischen geschaffen haben.

In einer telefonischen Befragung wurden 180 Bauunternehmer gebeten einzuschätzen, über welche Vertriebswege sie sich 2015 ihr Material besorgt haben. Beim Einkauf von Kleinteilen, Zubehör und Werkzeugen haben die Bauunternehmer im Schnitt 57 % ihres Einkaufsvolumens für Werkzeuge, Kleinteile und Zubehör über den allgemeinen Baustoff-Fachhandel abgewickelt. Jeder fünfte Bauunternehmer ließ sein Geld auch beim spezialisierten Fachhandel, wenn er kleinteiliges Zubehör erwerben wollte. Hersteller im Direktvertrieb konnten sich 12 % Marktanteile bei den Kleinteil-Einkäufen der Bauunternehmer sichern. Das nimmt sich neben den Platzhirschen aus dem Fachhandel zwar vergleichsweise bescheiden aus, doch sind die Marktanteil des Direktvertriebs bei manchen anderen Produktgruppen geringer. Hier scheint sich die konsequente Direktvertrieb-Politik einiger Hersteller aus dem Hand- und Elektrowerkzeugbereich auszuzahlen. Aber auch die Baumärkte konnten die Bauunternehmer bei fast einem Zehntel der Kleinteil-Einkäufe gewinnen – wenig, aber wesentlich mehr als bei anderen Materialien.

Bei den SHK-Installateuren ist der spezialisierte Fachhandel auch beim Zubehör, Werkzeugen und Kleinteilen der bevorzugte Einkaufsort. Knapp zwei von drei Einkäufen deckten die SHK-Profis über den spezialisierten SHK- oder Haustechnik-Großhandel ab. Mit 19 %t entfiel etwa ein Fünftel des Jahreseinkaufvolumens für diese speziellen Verbrauchsgüter auf den allgemeinen Baustoff-Fachhandel. Die Marktanteile der Distributionswege über den DIY-Handel oder die Hersteller sind niedriger als bei den Bauunternehmen, aber im Vergleich zu anderen Materialien ein Achtungserfolg.