Donnerstag, 23. Januar 2020

Wolff & Müller setzt auf BIM

Während viele Planungsbüros und Baubetriebe noch erste Erfahrungen mit der BIM-Methode sammeln, ist das digitale Planen und Bauen bei Wolff & Müller schon Standard: Das Bauunternehmen wickelt seit Jahresbeginn 2020 jedes Hochbauprojekt in der Rohbauphase mit BIM ab. „Im Hochbau ist die durchgängige Digitalisierung aller planungs- und realisierungsrelevanten Informationen besonders wichtig, weil es hier viele Beteiligte und entsprechend viele Schnittstellen gibt“, erklärt Heinz Wölper, Leiter der Serviceeinheit Unternehmensentwicklung bei Wolff & Müller.

Durch das Datenmodell des Bauwerks haben alle Beteiligten, etwa Projektentwickler, Architekt, Fachplaner und Bauunternehmen, in einem einheitlichen Datenraum zur gleichen Zeit dieselben Informationen. Dadurch können sie sich viel enger abstimmen als bei der herkömmlichen Planung mit 2D-Plänen. Das verbessert die Qualität, Termin- und Kostensicherheit der Bauprojekte – Vorteile, die dem Bauherrn und den späteren Nutzern zugute kommen.

Mit dem unternehmensweiten, prozessintegrierten Einsatz der Methode justiert Wolff & Müller seine BIM-Strategie neu: Während der vergangenen Jahre konzentrierte sich das Unternehmen auf ausgewählte BIM-Projekte wie das Rathaus Leonberg oder das Porsche-Casino Weissach. Um das interne BIM-Knowhow zu stärken und die nötigen Prozesse aufzubauen, wurden diese Projekte möglichst durchgängig und sehr aufwändig mit BIM bearbeitet. Zum Beispiel haben Planer und Bauunternehmen neben dem Rohbau auch den Ausbau samt Gebäudetechnik im Datenmodell abgebildet. Die in den Pilotprojekten gesammelten Erfahrungen sollen nun möglichst jedem Bauwerk zugute kommen. Damit BIM in den Büros und auf den Baustellen gängige Praxis wird, geht das Unternehmen schrittweise vor. Wolff & Müller hat das Jahr 2019 genutzt, um die Methode sukzessive auf die Rohbauphase aller Hochbauprojekte auszuweiten. „Natürlich bestimmt auch weiterhin der Kunde, wie viel BIM er in seinem Projekt haben will und ob wir die Methode auch über den Rohbau hinaus anwenden. Wir freuen uns über jeden Bauherrn und Projektpartner, der BIM aktiv einfordert und vorantreibt“, sagt Dr. Albert Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter der Wolff & Müller Gruppe.

BIM lässt sich vor allem dann optimal anwenden, wenn Wolff & Müller beide Leistungen – das Planen und das Bauen – verantwortet. „Wir haben im Laufe der Jahre einen Pool von BIM-versierten Planern aufgebaut, mit denen wir schon viele Projekte realisiert haben und entsprechend gut eingespielt sind“, sagt Heinz Wölper. In der Regel werden die Datenmodelle von den Architekten und Fachplanern erstellt und vom Projektteam je nach Planungs- oder Bauphase für unterschiedliche Zwecke genutzt. Dafür hat Wolff & Müller sogenannte BIM-Anwendungsfälle definiert. Während der Projektentwicklung lassen sich beispielsweise verschiedene Entwurfsvarianten dreidimensional durchspielen und die jeweiligen Kosten schätzen. Während der Planung hilft die Kollisionsprüfung mit BIM, die Arbeit der Planer zu koordinieren. In der Bauvorbereitung und -ausführung kommen weitere Anwendungsfälle hinzu. So leitet das Bauunternehmen etwa die Materialmengen für die Ausschreibung und Vergabe der verschiedenen Gewerke aus dem Bauwerksdatenmodell ab, erstellt automatisierte Terminpläne und simuliert den Bauablauf. Die Methode wird auch eingesetzt, um den Soll-Ist-Zustand des Rohbaus zu kontrollieren und Mängel zu dokumentieren. 

Wenn der Bauherr es wünscht, reicht BIM auch über den Rohbau hinaus: Die von Wolff & Müller beauftragten Planer können den gesamten Ausbau, von der Trockenbauwand über die Klimaanlage bis zum Lichtschalter, im digitalen Modell hinterlegen. Noch nutzen nur wenige Bauherren diese Möglichkeit, einen digitalen Zwilling der realen Immobilien zu bekommen. Dabei zeigt sich der Mehrwert von BIM gerade in der langen Betriebsphase. Der Facility Manager kann etwa die Energieversorgung, Wartung und Reinigung anhand der digital hinterlegten Informationen planen. Auch für Umbauten, die bei modernen Gewerbeimmobilien häufig sind, ist das Modell sehr hilfreich. „Wo genau BIM bei einem Projekt zur Anwendung kommt, muss in der Anfangsphase festgelegt werden, damit wir die entsprechenden Richtlinien setzen und Informationen hinterlegen können“, sagt BIM-Managerin Zeynep Kaplan.

BIM ist das Herzstück der Digitalisierungsstrategie bei Wolff & Müller. Seit 2008 arbeitet das Unternehmen mit der Methode und hat sukzessive die dafür nötigen Säulen aufgebaut: Software, Richtlinien, Prozesse und – am wichtigsten – Menschen. Parallel zu BIM führt der Baukonzern weitere digitale Werkzeuge ein, wie Drohnen zur Geländevermessung, Virtual Reality, das mobile Planungs- und Echtzeitsystems BPO und vernetzte Baumaschinen. Die Verknüpfung des BIM-Modells mit der Baulogistik und der Einsatz der RFID-Technologie werden in Zukunft weitere Vorteile bringen.

Weitere Artikel:

Cemex kündigt neue Klimastrategie an

Cemex Klimawandel
Cemex kündigt globale Strategie gegen den Klimawandel an. Sie formuliert die Vision des Unternehmens, den Weg zu einer CO2-neutralen Wirtschaft weiterzuverfolgen und den steigenden Anforderungen der Gesellschaft effizienter zu begegnen. Demnach setzt der Konzern sein weltweites Ziel bei der CO2-Reduzierung bis 2030 von 30 % auf 35 % hoch. Zudem will das Unternehmen bis 2050 klimaneutralen Beton herstellen.

mehr lesen

IG BAU fordert 6,8 % mehr Geld

Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Forderung für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe aufgestellt. Nach intensiver Diskussion stimmte die Bundestarifkommission am Donnerstag mit großer Mehrheit für ein Forderungspaket. Danach sollen die Einkommen um 6,8 % steigen, mindestens jedoch um 230 Euro als soziale Komponente. Gleichzeitig fordert die IG BAU eine Entschädigung für die Wegezeiten. Auszubildende aller Ausbildungsjahre sollen zudem 100 Euro im Monat mehr erhalten.

mehr lesen

Layher Bauunternehmer-Tag in Hamburg

Layher Bauunternehmer-Tage
Auch in dieser Saison veranstaltet Layher wieder die Bauunternehmer-Tage, wobei die nächste Veranstaltung bereits am 27. Feburar 2020 in Hamburg stattfindet. Hier stehen Themen für Unternehmer, Angestellte aus den Bereichen Einkauf, Planung und Arbeitsvorbereitung sowie Bauleiter, Poliere und Sicherheitsfachkräfte im Mittelpunkt. Anhand individuell zusammengestellter Fachvorträge informieren Layher-Spezialisten z. B. über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Allround-Systems im Hoch-, Tief- und Brückenbau sowie das Layher Konzept Scaffolding Information Modeling (SIM) für die Digitalisierung von gerüstspezifischen Prozessen.

mehr lesen

Bruttoinlandsprodukt stagniert

BIP 2019
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2019 gegenüber dem 3. Quartal 2019 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – nicht weiter gestiegen. Im Verlauf des Jahres hatte es nach einem schwungvollen Beginn im 1. Quartal (+0,5 %) und einem Rückgang im 2. Quartal (-0,2 %) zunächst eine leichte Erholung im 3. Quartal gegeben (+0,2 %). Diese fiel nach aktuellen Berechnungen auf Basis neu verfügbarer statistischer Informationen um 0,1 Prozentpunkte stärker aus als im November 2019 gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, ergibt sich daraus für das gesamte Jahr 2019 ein preisbereinigtes Wachstum des BIP von 0,6 %.

mehr lesen

Hyundai CE feiert 25 Jahre in Europa

25 Jahre Hyundai Europe
HCEE (Hyundai Construction Equipment Europe) feiert 25 Jahre in Europa. Nach der Europa-Premiere in Geel (Provinz Antwerpen, Belgien) im Jahr 1995 befindet sich das Unternehmen nun in einer neuen, modernen Europazentrale in Tessenderlo (Provinz Limburg, Belgien). Die Entwicklung zum eigenständigen Geschäftsbereich im Jahr 2017, die Formulierung der globalen Vision 2023 und die Auszeichnung mit dem Technischen Innovationspreis für den neuen Radlader sind klare Anzeichen dafür, dass die Dinge innerhalb von Hyundai CE in Bewegung bleiben.

mehr lesen

Boels übernimmt Cramo

Boels übernimmt Cramo
Cramo ist jetzt offiziell Teil der Boels Rental. Das Übernahmeangebot von Boels war erfolgreich: 93,04% der Aktien von Cramo wurden Boels während des Angebotszeitraums zur Zeichnung angeboten. Deren Aktionäre folgten einer Zeichnungsempfehlung des Cramo-Aufsichtsrats. Die Übernahme macht Boels zum führenden Akteur auf dem europäischen Baumaschinenverleihmarkt. Damit hat das Unternehmen eine optimale Position für weiteres Wachstum inne.

mehr lesen

Carlisle ist neue Partnermarke von Bohnenkamp

Carlisle
Ab diesem Jahr führt Bohnenkamp in der DACH-Regionen gleich mehrere Produktlinien der Marke Carlisle. Die Fabrikate des US-Reifenproduzenten für Rasenmähertraktoren, Kommunaltraktoren und All Terrain Vehicle (ATV) werden ab jetzt ausschließlich über den Osnabrücker Großhändler für Nutzfahrzeugreifen erhältlich sein.

mehr lesen

Haushalte investieren ins Wohnen

Wohnkonsum 2022
Der private Konsum in Deutschland ist hoch und stützt seit Jahren den Binnenmarkt. Wie sieht es aber mit langfristig geplanten, größeren Investitionen aus? BauInfoConsult hat 513 modernisierungswillige Haushalte befragt, welche größeren Ausgaben sie bis 2022 anvisiert haben. Die Ergebnisse zeigen: Investitionen ins Wohnen spielen hier eine große Rolle. Angesichts der Klimadiskussion denken nicht wenige darüber nach die Energieeffizienz der eigenen vier Wände zu erhöhen.

mehr lesen

HKL eröffnet Spezialcenter in Österreich

HKL eröffnet Center in Österreich
HKL erweitert sein Sortiment in Österreich um ein umfassendes Angebot an Höhentechnik. Dazu wurde in Wiener Neudorf ein neues Spezialcenter – HKL Arbeitsbühnen- und Teleskopcenter (ATC) – geschaffen, das an das bestehende HKL Center Wiener Neudorf angeschlossen und damit optimal über die Süd-Autobahn A2 erreichbar ist. Neben zahlreichen Mietmaschinen bietet HKL hier auch Schulungen für den sicheren und qualifizierten Umgang mit der Höhentechnik an – wie beispielsweise die IPAF-Schulung.

mehr lesen