Freitag, 21. Februar 2020

IG BAU fordert 6,8 % mehr Geld

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Forderung für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe aufgestellt. Nach intensiver Diskussion stimmte die Bundestarifkommission am Donnerstag mit großer Mehrheit für ein Forderungspaket. Danach sollen die Einkommen um 6,8 % steigen, mindestens jedoch um 230 Euro als soziale Komponente. Gleichzeitig fordert die IG BAU eine Entschädigung für die Wegezeiten. Auszubildende aller Ausbildungsjahre sollen zudem 100 Euro im Monat mehr erhalten.

„Unsere Kollegen und Kolleginnen fahren oft stundenlang zur Baustelle und von dort wieder zurück. Sie haben keinen Einfluss darauf, ob es zehn, hundert oder zweihundert Kilometer sind. Bisher erhalten sie dafür aber keinen müden Cent oder einen anderen Ausgleich. Das ist eine ungerechte Benachteiligung gegenüber stationär Arbeitenden, die endlich abgeschafft werden muss“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. „Wegezeiten müssen fair entschädigt werden. Nicht zuletzt macht das die Branche auch im immer härter geführten Wettbewerb um die besten Köpfe attraktiver.“

Der Fachkräftemangel betrifft sämtliche Qualifikationsstufen am Bau. Trotz guter Ausbildungslage schafft es die Branche nicht, ihre Fachkräfte zu halten. Sie wandern in andere Berufe ab. Das liegt nicht zuletzt an der oft viel besseren Bezahlung in anderen Wirtschaftszweigen. „Wir sehen einen ungebrochenen Bauboom. Die Auftragsbücher sind voll und es kommen immer mehr hinzu, da die Politik inzwischen  begreift, dass sie Investitionen stärker fördern muss“, sagte Carsten Burckhardt. „Die Beschäftigten fordern deshalb zu Recht eine faire Beteiligung am Boom. Schließlich ermöglichen sie ihn durch ihre Leistung erst. Wenn der Bau wieder Konjunkturlokomotive ist, ist es nicht zu viel verlangt, dass die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen diese Entwicklung in ihren Portemonnaies spüren.“

Die Auftakttarifverhandlung findet am 19. März 2020 in Berlin statt.

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