Montag, 26. April 2021

Porr mit bislang größtem Auftragsbestand

Österreichs zweitgrößter Baukonzern, die Porr, mit rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichte im Jahr 2020 eine Produktionsleistung von EUR 5,2 Mrd. in ihren 9 Ländern. Massive Einschränkungen durch die COVID-19 Pandemie und Neubewertungen von Projekten führten zu einem negativen Ergebnis vor Steuern von EUR 51 Mio. Der bereinigte Auftragsbestand1 liegt bei EUR 7,1 Mrd. und ist mit einem Plus von 12,2 % auf einem All-Time-High.

„Das vergangene Geschäftsjahr war für uns alle in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Die Porr hat schnell und entschlossen reagiert,“ sagt Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr. „Wir haben eine einwandfreie Sicherheits- und Gesundheitsinfrastruktur aufgestellt, um den Baubetrieb zu gewährleisten. Mit dem Zukunftsprogramm Porr 2025 sind bereits konkrete Fortschritte in puncto Organisation, Kosten und Effizienz sichtbar. So starten wir in ein positives Jahr 2021.“

Stabilität im Auftragsbestand

Die Porr erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Produktionsleistung von EUR 5,2 Mrd. Der Rückgang um 6,9 % ist insbesondere auf die pandemiebedingten temporären Baustellenschließungen in Österreich sowie auf zahlreiche weitere einschränkende Maßnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 zurückzuführen. Neben Leistungsstörungen und Betriebsunterbrechungen kam es in allen Märkten auch zu Projektverschiebungen durch Reisebeschränkungen, lokale Lockdowns und Ausfälle von Subunternehmen. Insgesamt blieben Österreich und Deutschland mit einem Anteil von gesamt 71 % die wichtigsten Märkte der Porr. Die Porr schloss mit einem negativen Ergebnis vor Steuern (EBT) von EUR 51,0 Mio., das neben den entstandenen Kosten aus COVID-19 auch eine Neubewertung von Projekten reflektiert.

Besonders erfreulich ist der hohe Auftragsbestand, der trotz der Krise um 12,2 %, bereinigt auf EUR 7,1 Mrd. zu einem All-Time-High angewachsen ist. Mit der konsequenten Strategie des intelligenten Wachstums wurde die Projektpipeline mit werthaltigen Aufträgen im Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau gefüllt. Im Spezialbereich Slab Track Austria rüstet die Porr unter anderem sowohl den österreichischen Koralmtunnel als auch den deutschen Fildertunnel, als Teil von Stuttgart 21 aus. In Polen errichtet die Porr das LNG Terminal Lech Kaczyński, eines der größten Energieprojekte im Land.

Der Wohnbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist weiterhin von einer hohen Dynamik geprägt. Mit dem Q-Tower, im Rahmen des Projekts THE MARKS in Wien und dem Projekt Parkstadt Karlshorst in Berlin gewann die Porr neue beeindruckende Großprojekte. Mit den Aufträgen für neue Technologiezentren der BMW Group, Siemens Healthineers und Heraeus konnte die Porr ihre starke Position im deutschen Industriebau nachhaltig festigen.

Verbesserte Kapitalstruktur

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 verbesserte die Porr ihre Bilanzstruktur deutlich. Die Bilanzsumme lag bei EUR 3,5 Mrd. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten deutlich um 10,0 % reduziert werden. Ebenso gab es eine Senkung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 14,6 %. Durch konsequentes Liquiditätsmanagement konnte der Bestand an liquiden Mitteln mit EUR 583 Mio. auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden.

Die Nettoverschuldung wurde zum Stichtag um 60,5 % auf EUR 137 Mio. durch Working-Capital-Management und Bilanzstrukturmaßnahmen signifikant gesenkt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich – trotz des negativen Ergebnisses – um 2,1 Prozentpunkte auf 18,5 %.

Die Porr AG weist für das Geschäftsjahr 2020 keinen Bilanzgewinn aus, sodass Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung keinen Dividendenvorschlag zur Beschlussfassung vorlegen werden. Das ändert jedoch nichts an der Dividendenpolitik der Porr, die bei einem positiven Ergebnis unverändert an einer Ausschüttungsquote von 30 % bis 50 % festhält.

Nachhaltigkeit und nachhaltiger bauen ist der strategische Fokus der Porr. Im Geschäftsjahr 2020 baute die Porr ihr hohes Engagement im Nachhaltigkeitsbereich weiter aus. Dies spiegelt sich in zahlreichen Top-ESG-Ratings und Auszeichnungen wider. Neben der Verleihung des Energy Globe Austria Awards und der erneuten Auszeichnung als Diversity Leader in der Financial Times, konnte die Porr den Gold Status bei EcoVadis sowie ihr überdurchschnittlich hohes AA-Rating bei MSCI ESG abermals bestätigen.

Bereit fürs Impfen

Mit einer umfassenden Teststrategie und Hygienemaßnahmen ist es der Porr gelungen, Ansteckungen im Unternehmen nahezu auszuschließen. Eine interne COVID-Hotline sowie der Einsatz eines, rund um die Uhr tätigen, Krisenteams stellen darüber hinaus Contact-Tracing, Krisenberatung, Deeskalation und Organisation der unternehmensinternen Teststraßen sicher. Gleichzeitig werden höchstmögliche Sicherheitsstandards gewährleistet. Sobald seitens der Regierung ein Impfstoff zur Verfügung gestellt wird, erweitert die Porr ihre Teststrategie nahtlos um eine Impfstrategie. Mit der bereits bestehenden Infrastruktur kann die PORR unverzüglich flächendeckend impfen.

Zukunftsprogramm „Porr 2025“

Die Porr hat sich im Zukunftsprogramm „Porr 2025“ klare und erreichbare Ziele gesetzt. Mit der Beschleunigung der Transformation wurden bereits erste Erfolge in der Organisation, Kosteneinsparungen und Effizienz sichtbar. Ab 2022 erwartet die Porr nachhaltig wirksame Kosteneinsparungen von EUR 40 Mio. bis EUR 50 Mio. Unverändert vorangetrieben werden Wachstumsthemen und Digitaltechnologien, um die Porr für künftige Herausforderungen zu rüsten. Ziel bleibt, die Ertragskraft sowie die Marktposition der Porr in ihren Heimmärkten nachhaltig zu stärken.

Vorschau 2021

Die Wachstumstreiber in der Bauindustrie sind intakt und haben sich auch in der Krise verstärkt. Insgesamt geht der Vorstand für 2021 von einer Produktionsleistung von EUR 5,3 Mrd. bis EUR 5,5 Mrd., sowie von einer positiven EBT-Marge von +1,3 % bis +1,5 % aus. Der Vorstand ist optimistisch, dass man mit den gesetzten Maßnahmen die Ertragskraft verbessern und nachhaltig an das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie anschließen wird. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie in der ersten Jahreshälfte 2021 großteils überwunden sind.

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