Elektrifizierung der Baumaschinen

Im Jahr 2017 ist der Trend zur Elektromobilität ungebrochen. Gerade in der Automobilindustrie gehört es zum guten Ton, auf wichtigen Messen auch Entwicklungen bei Elektrofahrzeugen präsentieren zu können. Der Bestand der E-Autos in Deutschland ist jedoch trotz des Preissturzes bei der Akkutechnologie verhalten. Die Elektromobilität ist erschwinglich geworden, doch die hierzulande immer noch schlechte Ladeinfra-sturktur in Verbindung mit bescheidenen Reichweiten der Fahrzeuge bringen die Absatzzahlen ins Stocken.

In der Baubranche soll es besser laufen, daher treiben einige Baumaschinenhersteller die Entwicklung von Produkten für die Elektromobilität voran. Die Motivation ist schnell erklärt: Die Hersteller streben eine Verringerung des Verbrauchs an fossilen Kraftstoffen und eine Reduzierung der Abgasemissionen an. Die überwiegende Mehrheit der Baumaschinen läuft nämlich mit konventionellen Dieselantrieben und trägt dadurch trotz verschärfter EU-Abgasnormen erheblich zu Rußpartikel- und Stickoxidemissionen bei. Zudem bildet der Kraftstoff gerade bei schweren Maschinen einen großen Kostenblock für die Unternehmer. Die Hybridisierung der Maschinen könnte die Wirtschaftlichkeit auf Baustellen nachhaltig erhöhen. Zudem würde eine deutliche Reduzierung der Abgasemissionen und der Lärmbelästigung die Realisierung von Bauprojekten im innerstädtischen Bereich vereinfachen.

Einer der Hersteller, der an die Elektrifizierung der Baustelle glaubt, ist Volvo CE. In Eskilstuna/Schweden stellte das Unternehmen vor diesem Hintergrund den LX1 vor – einen Hybrid-Radlader, der in der Lage sein soll, den Kraftstoffverbrauch um bis zu 50 % zu verringern. Darüber hinaus zeichnet sich der LX1 durch eine deutliche Reduzierung der Emissionen und Lärmbelästigung im Vergleich zu den entsprechenden herkömmlichen Maschinen aus. Der Serienhybrid ist mit einem Antriebsstrang ausgestattet, der aus elektrischen, an den Rädern montierten Antriebsmotoren besteht. Zusätzlich verfügt er über elektrische Hydraulikeinheiten, ein Energiespeichersystem, einen deutlich kleineren Dieselmotor und eine völlig neue Maschinenkonzeption (98 % neue Bauteile). Dadurch soll der Radlader in der Lage sein, die gleiche Arbeit zu verrichten, die sonst nur ein größerer Radlader erledigen könnte.

Noch ist der LX1 Teil eines Forschungsprojekts und noch nicht auf dem Markt erhältlich. Doch demnächst geht der Prototyp in die Feldtests – dafür hat Volvo  seinen Kunden „Waste Management“, das größte Umweltdienstleistungs- und Recyclingunternehmen Nordamerikas, als Partner gewinnen können. Unter realen Bedingungen sollen auf diese Weise Daten bezüglich der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen gesammelt werden.

Autor: Paul Deder