Mittwoch, 6. Juli 2016

SpanSet Deutschland feiert 50jähriges Jubiläum

Von der kleinen Manufaktur für Autosicherheitsgurte zum international erfolgreichen Unternehmen: Mit rund 500 Gästen - Kunden, Freunden des Hauses und Journalisten - feierte die SpanSet GmbH & Co. KG am 10. Juni 2016 in Übach-Palenberg ihr 50jähriges Firmenjubiläum. Dabei wurden nicht nur Festreden gehalten, sondern den Gästen mit Betriebsrundgängen und Produktvorführungen auch Einblicke in das Unternehmen, seine Philosophie und das umfangreiche Produktprogramm gegeben.

Das 1966 zunächst in Schweden und kurz darauf auch in Deutschland gegründete Unternehmen kann mit Fug und Recht die Pionierrolle bei der Entwicklung textiler Anschlag- und Zurrmittel für sich beanspruchen. „Wir sind Spezialisten in einer Branche, die es so vor der Gründung von SpanSet noch nicht gegeben hat“, sagt Patrick Schulte, Geschäftsführer SpanSet GmbH & Co. KG, voller Stolz. „Denn mit der Erfindung des Autosicherheitsgurtes in Schweden wurde eine Tür aufgestoßen zu Produkten, die im Bereich der Hebetechnik, der Ladungssicherung und der Höhensicherung vorher noch nicht existierten“.

Pionier mit vielen innovativen Produkten

Der Unternehmenserfolg basiert auf der Entwicklung innovativer, oft Maßstäbe setzender Produkte. Beispiele dafür sind die Pipeline-Hebebandmatte der 70er Jahre aus breiten Bändern mit hohen Festigkeiten und mit sich automatisch öffnenden Endbeschlägen, die den Arbeitsvorgang beschleunigten. Oder die – inzwischen weitgehend vergessenen - Kleeblattschlingen zur Verladung von Sackwaren. Heute haben Big Bags und Container die damals millionenfach hergestellten Schlingen abgelöst. Pionier am Markt war SpanSet auf vielen Gebieten: „Wir haben 1978 die ersten Zurrgurte entwickelt, mit denen PKW und später auch LKW auf Autotransportern gesichert wurden“, erklärt der Geschäftsführer Hans-Josef Neunfinger.

Mit der 1979 erfundenen secutex-Beschichtung aus widerstandsfähigem Polyurethan wurde ein neuer Markt kreiert, denn sie ermöglichte es, das Gurtband schnittfest zu machen und vor scharfkantige Lasten zu schützen. 1984 folgte die nächste Revolution im Bereich Spannelemente: „Bei den Zurrgurt-Ratschen haben wir mit der Ergo das Zugprinzip in den Markt gebracht“, so Hans-Josef Neunfinger. Statt zum Spannen den Hebel mühsam nach oben zu drücken, konnte man jetzt den Hebel viel ergonomischer nach unten ziehen und somit Dynamik und dem eigenen Körpergewicht eine höhere Vorspannkraft erzeugen.

Im Jahr 1991 folgte mit der Supra die erste Rundschlinge, bei der die Kennung erhaben in den Schutzmantel eingewebt wurden. Angaben wie die Tragfähigkeit, Produkt- und Herstellername werden so selbst bei starker Verschmutzung gut erkannt. Nur ein Jahr später kam - den immer schwerer werdenden Lasten entsprechend - die Magnum-Rundschlinge mit Tragfähigkeiten bis 50 t auf den Markt. „Als weiteren Meilenstein neben dem Zugprinzip haben wir bei den Ratschen das stufenweise Entriegeln, Zahn für Zahn, entwickelt“, ergänzt Hans-Josef Neunfinger. Die ABS-Druckratsche (Anti-Belt-Slip) ermöglichte erstmals ein stufenweises Lösen der gespannten Ratsche. SpanSet löste damit eine Aufgabe der Berufsgenossenschaft, die immer wieder tödliche Unfälle durch herabfallende Lasten verzeichnen musste.
Andere Highlights in der langen Liste der Neuentwicklungen war 1998 der Joker-Haken für eine schnelle, sichere Verbindung zwischen Rundschlinge und Last. Oder 2001 der Tension Force Indicator (TFI): ein kleines Bauteil mit Kunststoffkern und Federblechummantelung, das dem Anwender anzeigt, wann die erforderliche Spannkraft erreicht ist und das in vielen Zurrsystemen verbaut wird. SpanSet war auch das erste Unternehmen, das sich mit RFID-Chips als Kennzeichnung am Produkt in der Branche beschäftigt hat. Hans-Josef Neunfinger weiter: „Die Kennzeichnung und die dazugehörige Software - erst EPIS, dann IDXpert - erlaubt es, die Produkte zu registrieren und die Prüfintervalle jederzeit genau im Blick zu haben“. 

Ein wichtiges Ereignis war 2010 die Vorstellung der Magnum-X Rundschlinge. Statt aus Polyester aus einer Hochleistungsfaser hergestellt, ermöglicht sie erheblich höhere Festigkeiten bei drastisch verringerten Dimensionen und Gewichten. Damit passt sie besser in die Last bzw. in den Kranhaken und ist viel leichter handhabbar. Hans-Josef Neunfinger verrät: „Mittlerweile schaffen wir es, Magnum-X Rundschlingen mit einer Tragfähigkeit von bis zu 450 t herzustellen“. Auch beim Schutz textiler Anschlagmittel gegen raue Oberflächen und scharfe Kanten spielen Hochleistungsfasern eine zunehmend wichtige Rolle. Für die NoCut-Serie entwickelte SpanSet ein Gewebe aus solchen Spezialfasern. Die von der Dekra zertifizierten NoCut sleeves und pads wurden 2014 mit großem Erfolg in den Markt eingeführt.

Ergänzt wird SpanSets Produktpalette durch Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, die im Kompetenzcenter in England entwickelt wird. Und mit den Sonderlastaufnahmemitteln von Axzion GKS, die unter anderem beim Transport und Errichten großer und schwerer Windenergie-Anlagenbauteile genutzt werden. In Langenfeld steht außerdem eine Rundschlingen-Prüfanlage für bis zu 600 Tonnen, bei der Axzion GKS in Neustrelitz eine bis maximal 1.500 t. In Übach-Palenberg lassen sich Anschlagmittel mit bis zu 250 t prüfen. Hier finden sich im Übrigen auch die hauseigene Weberei, Färberei, Konfektion und Qualitätssicherung, die wesentliche Faktoren zu Kompetenz und Erfolg des Unternehmens beisteuern. Der Fertigungsbereich wird ständig modernisiert und mit der neuesten Ausrüstung ausgestattet. Wie zum Beispiel mit einem Zurrgurtautomaten zur automatisierten Herstellung von Zurrgurten oder der im eigenen Haus entwickelten und gebauten Maschine zur Fertigung der Magnum-X Rundschlingen.