Freitag, 26. Februar 2016

Bauprognose: deutsche Wachstumsdynamik langsamer

Die konjunkturellen Aussichten für die europäische Baubranche sind unterschiedlich: Während die Wachstumsdynamik auf dem deutschen Baumarkt leicht auf die Bremse tritt, dürfte das krisengeschüttellte Spanien bald wieder in die Gänge kommen. Bis Italien und Frankreich sich aus dem Negativstrudel freischwimmen können, dürfte aber noch eine Weile dauern. Dies zeigen Ergebnisse des aktuellen Q4 2015 Berichts des Europäischen Architektenbarometers – einer quartalsweise erhobenen Studie von Arch-Vision, bei der 1.600 Architekten in acht europäischen Ländern befragt werden.

Seit dem dritten Quartal 2010 zeigt sich langfristig betrachtet eine positive Entwicklung bei den deutschen Architekten ab, wobei 2015 diesen Trend erneut bestätigte. Sowohl das Arch-Vision-Architektenauftragsbarometer als auch das Architekten-Umsatzbarometer stiegen über das Jahr betrachtet an – wenn auch mit leichten Schwankungen zwischen den einzelnen Quartalen. Da die Genehmigungsentwicklung im Wohnungsbau seit dem Jahr 2014 kontinuierlich leicht nach oben zeigt und nur 7 Prozent der befragten deutschen Architekten von leeren Auftragsbüchern in den nächsten 12 Monaten ausgehen, erwartet Arch-Vision auch weiterhin eine positive Entwicklung beim zukünftigen Bauvolumen, allerdings mit kleineren Wachstumsraten: 2016 soll das deutsche Bauvolumen um 2 Prozent ansteigen und danach in 2017 und 2018 nur noch um lediglich 1 Prozent pro Jahr zulegen.

Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich mittlerweile im von der Immobilienkriese schwer getroffenen Spanien ab. Hier scheint sich langsam die Erholungsphase nach dem Crash einzustellen. Die Auftragsbücher und Umsätze der spanischen Planer zeigen erste Zeichen einer Verbesserung an, aber auch die Genehmigungszahlen im Nichtwohnungsbau deuten an, dass die Baukrise bald endgültig überwunden sein könnte und sich ein deutliches Wachstum einstellen wird (bis 2018 zwischen 4 und 6 Prozent jährlich). Ähnliche starke Bauvolumenzuwächse von bis zu 5 Prozent jährlich in 2018 erwarten auch die Niederlande, wobei hier das Bauvolumengesamtniveau kleiner als in Spanien ist.