Freitag, 30. Dezember 2016

2017: Keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten

Wohnungsdefizit steigt weiter: Deutschland wird im zu Ende gehenden Jahr die Zielmarke von 400.000 Neubauwohnungen erneut deutlich verfehlen. Die Jahresbilanz 2016 wird nach Einschätzung von Experten maximal 300.000 neu fertiggestellte Wohnungen ergeben. Das teilte die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ in Berlin mit. Der von Experten errechnete Neubaubedarf werde damit um rund ein Viertel unterschritten. Dies lasse das vorhandene Wohnungsdefizit weiter steigen. Bei einer wachsenden Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen in Ballungsräumen und steigenden Mieten werde es damit im neuen Jahr keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt geben, so der Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“, Dr. Ronald Rast.

Zwar liege die aktuelle Zahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser über der in den Vorjahren, gleichzeitig seien die monatlichen Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser seit diesem Sommer allerdings deutlich rückläufig. So lagen die Genehmigungen im Eigenheimbau von Juni bis Oktober durchschnittlich um zehn Prozent hinter denen der Vorjahresmonate. „Bund und Länder haben die Chance verpasst, dem Wohnungsbau in diesem Jahr die entscheidenden Impulse zu geben. Dies fällt den Parteien jetzt im Wahljahr 2017 auf die Füße. Beim Bau von Mietwohnungen geht es schon lange nicht mehr darum, noch mehr Luxuswohnungen zu schaffen. Gebraucht werden mehr bezahlbare Mietwohnungen. Ebenso ist der Wunsch der Menschen nach den eigenen vier Wänden ungebrochen: Wohneigentum ist außerdem heute eine der sichersten Formen der Altersvorsorge. Mehr bezahlbare Mietwohnungen sowie mehr Wohneigentum für Familien mit Kindern und für Haushalte mit mittlerem Einkommen werden daher zentrale Themen im Bundestagwahlkampf 2017 sein“, sagt Dr. Ronald Rast. Der Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ wirft der Bundesregierung vor, dass im zu Ende gehenden Jahr zu viele Ansätze für eine bedarfsgerechte Wohnungsbaupolitik im Koalitionsstreit untergegangen seien.

„Wohnen ist schließlich ein Grundbedürfnis. Und in der Wohnungsnot liegt sozialer Sprengstoff“, so Ronald Rast. Er kündigte eine „Wohnungsbau-Agenda“ an, mit der die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zu Beginn des neuen Jahres auf die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien zugehen werde. Darin will die Aktion die Rahmenbedingungen für einen effektiven Wohnungsneubau für das Wahljahr 2017 klar benennen. In der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ haben sich seit mehr als zehn Jahren 30 Organisationen und Verbände der Architekten und Planer, der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zusammengeschlossen.